Orangenmarmelade…. hilft!

Eine ganz wundervolle Idee Literatur und Küche zusammenzubringen gibt es im Wunderraum Verlag. Das Buch „Little Library Cookbook“ von Kate Young.

Rezepte aus den verschiedensten Literaturklassikern, wie in diesem Fall die unschlagbar leckere Orangenmarmelade von Paddington Bär aus der Geschichte „Ein Bär mit Namen Paddington“ von Michel Bond.

Originalzitate aus den Büchern machen Lust darauf, die Bücher in der kalten Zeit erneut zu lesen. Die Rezepte aus diesen Klassikern haben für jeden Geschmack (wie in der Literatur) ihre Liebhaber.

Dieses Buch ist ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk, wie wir meinen. Literatur und Rezepte in einem vereint.

Kate Young

Little Library Cookbook
100 Rezepte aus den schönsten Romanen der Welt

ISBN: 978-3-336-54799-9

Mit einem kleinen Schlüssel, der ebenfalls an der Schnur um seinen Hals hing, öffnete der Bär seinen Koffer und brachte ein fast leergegessenes Marmeladenglas zum Vorschein. »Orangenmarmelade«, sagte er stolz. »Bären lieben Orangenmarmelade.«

Michael Bond, Ein Bär mit Namen Paddington

Orangenmarmelade passt fantastisch zu Käse, Fleisch, Kuchen oder Toast. Und weil sie sich auch wunderbar als Geschenk macht, koche ich vor Weihnachten viele, viele Gläser für Freunde und Verwandte, aber ein paar bunkere ich auch für mich. Auch wenn mir noch keine Zitrusfrucht untergekommen ist, aus der sich keine Marmelade kochen lässt, erzielt man mit rosa Grapefruits die spektakulärsten Ergebnisse. Und man darf auf gar keinen Fall die kurze Saison für Bitter- und Blutorangen verpassen. An den kleinen Gläsern mit dem leuchtenden Inhalt hat man das ganze Jahr Freude.

Genau wie Paddington hatte auch ich bei meiner Ankunft in diesem Land ein Glas mit einem für Toast geeigneten Aufstrich im Gepäck, aber keine Marmelade, sondern die Hefepaste Vegemite, ein Andenken an Australien. Am 12. März 2009 ging ich von Bord und betrat den Flughafen Heathrow, mein erstes Etappenziel auf dem weiten Weg nach Mile End, wo ich fürs Erste im Gästezimmer einer Freundin unterkommen konnte. Ich fühlte mich verloren und allein, überwältigt von meiner Entscheidung, ans andere Ende der Welt zu ziehen. Angeschlagen wie ich war, bedeutete mir der Bär Paddington fast noch mehr als in meiner Kindheit.

Will man die Marmelade verschenken, empfiehlt es sich, gleich einen großen Topf zu kochen. Mir reicht oft ein Glas aus. Wer weniger Marmelade benötigt oder vielleicht nur eine Handvoll Orangen auftreiben konnte, kann das Rezept entsprechend anpassen. Grundlage für die Berechnung der Zuckermenge ist das Fruchtgewicht.

 

Orangenmarmelade

Ergibt etwa 1 Liter – ausreichend für 3 Gläser zum Verschenken (und einem Rest zum selbst Genießen)

1. Die Orangen auspressen und den Saft durch ein feines Sieb gießen und auffangen. Da Bitterorangen reichlich Kerne enthalten, ist dies die beste Methode, sie zu entfernen. Das ausgepresste Innere aus den Orangenschalen schaben und ebenfalls ins Sieb geben.

2. Den Saft abmessen und in einer großen Schüssel mit Wasser auf insgesamt 1,25 l Flüssigkeit auffüllen. Die Schalen in möglichst feine, lange Streifen schneiden und zur Saft-Wasser-Mischung in die Schüssel geben. Den Inhalt des Siebs in das Musselintuch geben, dieses fest verknoten, ebenfalls zugeben und dabei unter die Oberfläche der Flüssigkeit drücken. Die Schüssel abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

3. Am nächsten Tag kleine Teller für die Gelierprobe in den Tiefkühler stellen. Den Inhalt der Schüssel (samt Musselinsäckchen) in einen großen Topf füllen und erhitzen, bis die Flüssigkeit sanft köchelt. Alles abgedeckt 1,5–2 Stunden köcheln lassen, bis die Schale weich geworden ist. Die Flüssigkeit gelegentlich umrühren, damit die Schalenstreifen nicht ansetzen. Abkühlen lassen.

4. Die Schalenstreifen herausnehmen und beiseitelegen. Die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen, das Musselinsäckchen mit den Orangenhäuten und -samen gut ausdrücken, bis sich kein Saft mehr herauspressen lässt. Der Großteil des Pektins (durch das die Marmelade fest wird) ist darin enthalten, daher sollte es gründlich ausgedrückt werden. Die Flüssigkeit abmessen und mit Wasser auf 750 ml auffüllen.

5. Den Orangensaft zurück in den Topf gießen, den Zitronensaft hinzufügen. Den Zucker zugeben und bei mittlerer Temperatur umrühren, bis er sich aufgelöst hat. Die Schalenstreifen hinzufügen und alles zum Kochen bringen. Die Mischung ohne Deckel 20–25 Minuten simmern lassen, dabei gelegentlich umrühren, bis der Gelierpunkt erreicht ist. Ab und zu den Schaum abschöpfen, der sich an der Oberfläche absetzt. Um zu prüfen, ob der Gelierpunkt erreicht ist, den Herd ausschalten und einen Teller aus dem Tiefkühler nehmen. Einen Teelöffel Marmelade daraufgeben, 20 Sekunden warten und dann die Marmelade nach innen schieben. Wenn sich dabei Falten bilden, ist die Marmelade fest genug. Falls nicht, die Masse noch etwas kochen lassen.

6. Die fertige Marmelade 10 Minuten abkühlen lassen. Dadurch wird gewährleistet, dass sich die Schalenstreifen gleichmäßig verteilen.

7. Dann die Marmelade in die Gläser füllen. Die Gläser verschließen, solange die Marmelade noch heiß ist. Abkühlen lassen. An einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt ist die Marmelade mindestens 6 Monate lang haltbar. Nach dem Öffnen im Kühlschrank lagern und innerhalb weniger Wochen aufessen.

 

ZUTATEN

800 g Bio-Bitterorangen (Pomeranzen)

Ausgepresster Saft von 2 Zitronen

1 kg Einmachzucker*

UTENSILIEN

1 kleines Musselintuch oder sauberes Baumwolltuch

Sterilisierte Einmachgläser

* Einmachzucker ist eine Zuckersorte aus besonders großen Zuckerkristallen ohne zugesetztes Pektin. Orangen besitzen von Natur aus einen hohen Pektingehalt, daher ist in diesem Rezept die Verwendung von speziellem Gelierzucker nicht nötig. Beim Einmachzucker schmelzen die Zuckerkristalle gleichmäßig und langsam, wodurch eine klarere Marmelade entsteht. Falls Sie keinen Einmachzucker bekommen oder spontan entscheiden, mitten in der Nacht Marmelade zu kochen (alles schon erlebt …), können Sie auch gewöhnlichen Haushaltszucker verwenden. Dann sollten Sie die Marmelade lediglich während des Kochens öfter abschäumen.

 

© Kate Young, Little Library Cookbook, Wunderraum Verlag 2018.

 

Foto: Orangenmarmelade
www.freepik.com
durch Luis_molinero – Freepik.com entwickelt